Melancholie - Was steckt eigentlich dahinter!?
Erstellt am 17. Sep, 2009 durch Johnny in Aktuelles, Blog
Melancholie - Was steckt eigentlich dahinter!?
Die Melancholie wird als Begriff heutzutage häufig verwendet. Viele Melodien, Texte oder Bilder werden sehr schnell als „melancholisch“ bezeichnet.
Aber was bedeutet das Wort eigentlich genau und was steckt denn so alles dahinter?
Der Begriff hat unterschiedliche Bedeutungen und wird in Philosophie, Medizin, Psychologie, Theologie und Kunst behandelt.
Ursprung und Geschichte
Aus dem grieschischen übersetzt heißt Melancholie soviel wie „schwarze Galle“.
Ausgang ist in der damaligen Antike die „Viersäftelehre“ von Hippokrates (ein griechischer Arzt). Nach ihm war die Melancholie eines der vier Temperamente des Menschen (Melancholiker).
Im Mittelalter wurde die Melancholie sogar als eine der 7 Todsünden bezeichnet, ehe sie im Protestantismus dann etwas anders, als „Versuchung des Teufels“ gesehen wurde.
Sigmund Freud grenzt später die Melancholie von der Trauer ab: „Die Melancholie ist seelisch ausgezeichnet durch eine tief schmerzliche Verstimmung, eine Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, durch den Verlust der Liebesfähigkeit, durch die Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbstgefühls, die sich in Selbstvorwürfen und Selbstbeschimpfungen äußert und bis zur wahnhaften Erwartung der Strafe steigert.“
Melancholie = Depression?
Melancholie bezeichnet einen seelischen Zustand von Traurigkeit und Schwermut, der in der Regel auf keinen bestimmten Auslöser oder Anlass zurückgeführt werden kann.
Heutzutage wird im medizinischen Bereich der Begriff „Melancholie“ weitgehend durch das Wort „Depression“ ersetzt und gehört damit in das große Störungsgebiet der Depressionen.
Gefahren einer Melancholie
Melancholische Menschen grübeln sehr viel, machen sich häufig Selbstvorwürfe und sind meist nicht in der Lage, einen normalen Alltag zu bewältigen. Im schlimmsten Falle versuchen sie, sich durch einen Selbstmord von ihrem Leiden selbst zu befreien.
Fazit
Hinter dem Begriff „Melancholie“ kann also deutlich mehr als nur eine kleine, kurze Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder Hilflosigkeit stecken.
Früher wurde die Melancholie als durchweg negativ betrachtet. Heutzutage kann man ja auch einige positive Saiten daran sehen – hätte sonst mancher Musiker beispielsweise den ein oder anderen Song geschrieben, der uns zum nachdenken oder heulen bringt!? Wichtig ist nur, nicht die Kontrolle über seine Gefühle zu verlieren und sich gegebenenfalls helfen zu lassen, ehe man etwas dummes tut, was man später bereuen könnte!

Jonathan Gutmann
Gesundheits- und Krankenpfleger
Akutpsychiatrie
Klinik Hohe Mark
Oberursel (Taunus)


Tobi
19. Sep, 2009
Hi Johnny,
interessanter Artikel - super!
Sonnige Grüße, Tobi